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AG Prävention / Gesundheitsförderung

Zur Vertiefung von einzelnen Präventionsthemen und -strategien wurde im Juli 2002 die Arbeitsgruppe "Prävention und Gesundheitsförderung" des Gesundheitsforums Baden-Württemberg gegründet. Sie soll die Nachhaltigkeit von landesweiten Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung gewährleisten.
Ziel der Arbeitsgruppe war es, Projekte der Gesundheitsförderung und Prävention zu realisieren, die ein Akteur alleine nicht oder nicht so erfolgreich durchführen könnte, weil deren Erfolg von der Kooperation verschiedener Organisationen abhängt. Sie hat sich bislang insbesondere auf die Themenfelder "Adipositas/Gesunde Ernährung und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen" (ein Zielvorschlag aus dem Bericht zur Kinderernährung in Baden-Württemberg) und "Impfungen bei jungen Erwachsenen" verständigt. Außerdem wurden in den Sitzungen good-practice-Projekte und Maßnahmen vorgestellt. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe Prävention und Gesundheitsförderung die Umsetzung der Neuakzentuierung der Prävention in Baden-Württemberg auch im Rahmen des Gesundheitsforums begleitet.

Die in der Arbeitsgruppe zusammengeschlossenen Akteure haben im Jahr 2005 einen Förderpreis Gesundheit - Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen - ausgelobt. Mit den eingegangenen Projekten und Maßnahmen wurde erstmals ein qualifizierter Überblick über die vorhandenen Präventionsaktivitäten im Land geschaffen und der interessierten Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die hierfür erstellte Datenbank wurde auf der Homepage des Öffentlichen Gesundheitsdienstes eingestellt. Sie hat die Akteure vor Ort darin ermutigt, Modelle guter Praxis umzusetzen und Kooperationen erleichtert.
Die Arbeitsgruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, den durch die Auslobung des Präventionsförderpreises gewonnenen Überblick für eine landesweite Verbreitung geeigneter Maßnahmen zu nutzen. Im Oktober 2007 konnte aufgrund dieser Initiative des Gesundheitsforums das von der Robert Bosch- Stiftung geförderte Projekt "Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg - Kommunale Netzwerke für Ernährung und Bewegung" starten. Inzwischen wurde ein Handbuch für Kommunen zur umfassenden Förderung der Verhaltens- und Verhältnisprävention in den Themenfeldern Ernährung und Bewegung erarbeitet, das von fünf Pilotkommunen in der Praxis erprobt wird.
Zwei weitere Module beinhalten soziallagenbezogene Interventionskonzepte für 0-6 jährige sowie ein Konzept mit Prozessbegleitung für den Einsatz an Schulen. Nach Abschluss des Gesamtprojekts sollen die Ergebnisse ab Juni 2010 allen Baden-Württembergischen Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Einbeziehung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Weitere Informationen zur Prävention und Gesundheitsförderung  und zum Netzwerk "Gesund aufwachsen in Baden-Württemberg" können auf der Homepage des Öffentlichen Gesundheitsdienstes abgerufen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bereich „Frauengesundheit“. Die Einsicht, dass das Thema einer eigenen Betrachtung bedarf, ist mit der Erkenntnis gewachsen, dass neben biologischen Unterschieden auch die sozialen Lebensumstände und die soziokulturellen Faktoren wesentlich Einfluss auf die gesundheitliche Situation nehmen. Daher muss ein ganzheitliches Verständnis der Frau entwickelt werden, das in die verschiedenen Versorgungstrukturen transportiert und hier durch ein intensives Zusammenwirken der betroffenen Akteure umgesetzt werden soll. Im April 2006 hat das Institut für Frauengesundheit Baden-Württemberg (IFG) unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Wallwiener an der Universitäts-Frauenklinik in Tübingen seine Arbeit aufgenommen. Das IFG wird auf Initiative des Gesundheitsforums von der Landesstiftung Baden-Württemberg für die Dauer von 5 Jahren mit 2,5 Mio. Euro finanziell unterstützt.

Die Arbeitsgruppe wurde von Herrn Dr. Jürgen Wuthe, Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg, geleitet. Ihr gehören Vertreter der Krankenkassen, der Ärzte- und Apothekerschaft, der Robert Bosch Stiftung, des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Universitäten, der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, der Nahrungsmittel- und Medizintechnikindustrie, der Gesundheitsämter, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, des Landeselternbeirates, des Heilbäderverbandes, des Europäischen Zentrums für Naturheilverfahren Sebastian-Kneipp-Institut GmbH, der Heilpraktiker, der Turnerbünde sowie der fachlich berührten Ministerien an.

Die 16. und zugleich letzte Sitzung fand am 7. Juli 2009 statt. Die Weiterentwicklung von Prävention und Gesundheitsforum erfolgt künftig mit allen gesellschaftlichen Akteuren im Rahmen der Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg, die mit der Auftaktveranstaltung am 27. Juli 2009 vorgestellt wurde.

Die hierfür im Rahmen des Gesundheitsforum Baden-Württemberg neu eingerichtete Arbeitsgruppe "Standortfaktor Gesundheit" hat im Dezember 2009 die Arbeitaufgenommen.