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AG Biomaterialien

„Tissue Engineering“ als Teil moderner Biotechnologie beinhaltet die künstliche Herstellung menschlichen Zellgewebes und könnte für Millionen von Menschen mit Gewebe- oder Organschäden die Chance auf eine nachhaltige Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation sein. Was sich heute noch auf kleinere „Reparaturen“ beschränkt, könnte sich in den kommenden Jahren bis zur Transplantationsmedizin - und damit der Verpflanzung ganzer künstlich hergestellter Organe - weiterentwickeln. Tissue Engeineering ist nicht nur bedeutsam für die Wiederherstellungsmedizin nach Unfällen, sondern kann auch eine geeignete Therapieform für degenerative Krankheiten sein und damit die Behandlung von bisher unheilbaren Krankheiten ermöglichen.
Bereits heute gibt es eine Vielzahl an marktreifen Tissue Engineering Produkten und etliche viel versprechende Forschungsprojekte für neue Anwendungen. Das Spektrum der daran beteiligten Disziplinen ist breit gefächert: von der biologischen Grundlagenforschung zur Entstehung, Vermehrung und Differenzierung von Zellen und Zellsystemen im Organismus bis zur Materialforschung für die Entwicklung von Biomaterialien. Daraus ergibt sich eine faszinierende und enge Verzahnung biologischer, materialwissenschaftlicher und klinischer Forschung, die einen ständigen interdisziplinären Austausch erfordert.

Im Bereich des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) wird seit Jahren ein Kompetenznetzwerk für Biomaterialien in Baden-Württemberg gefördert. Dies ist ein Zusammenschluss der Kompetenzzentren von Ulm, Stuttgart/Tübingen und Freiburg. Damit können die komplexen Aufgaben der Forschung auf den Gebieten der Biomaterialen und des Tissue Engineering, d.h. der künstlichen Herstellung menschlichen Zellgewebes, effektiver bewältigt werden. Die Arbeitsgruppe „Biomaterialien“ greift die vorhandenen Kompetenzen auf und trägt zur weiteren Vernetzung und Kommunikation der Akteure in diesem Bereich bei.
So wird insbesondere unter Federführung der Arbeitsgruppe im Rahmen des Gesundheitsforums Baden-Württemberg jährlich ein Symposium „Regenerative Biomaterialien“ veranstaltet. Ziel dieses Statusseminars ist die Darstellung und Zusammenführung der auf diesem Gebiet vorhandenen Kompetenzen in Baden-Württemberg.

Die Arbeitsgruppe wird von Herrn Dr. Harald Stallforth, Mitglied der Geschäftsleitung von B. Braun-Aesculap in Tuttlingen, geleitet. Ihr gehören Vertreter des NMI (Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut) in Reutlingen, des ITV (Institut für Textil- und Verfahrenstechnik) in Denkendorf sowie der Universitäten Freiburg und Ulm an.

Archiv

  1. Regenerative Biomaterialien (PDF; 90 KB)